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VLW-Pressemitteilung | Countdown DVV-Pokalfinale

Das deutsche Pokalfinale ist fest in ausländischer Hand

Wenn die besten deutschen Teams zum Duell um den Pokal in der SAP-Arena in Mannheim antreten, stehen weitgehend Athlet*innen auf dem Spielfeld, die aus anderen Nationalitäten kommen. 

Seit Jahren schon hat die Volleyball Bundesliga ein Nachwuchsproblem. Spieler:innen werden aus den verschiedensten Gründen lieber fertig ausgebildet verpflichtet, als mühsam jahrelang selbst ausgebildet. Doch die Problematik ist erkannt, und an den verschiedensten Orten wird mehr oder weniger intensiv daran gearbeitet. Zum einen von den Clubs selbst, aber auch von den Verbänden.

Doch gerade für die deutschen Top-Teams bedeutet diese Aufgabe auch einen Ausflug in die Welt des Turnens: Der Spagat ist gefragt. Auf der einen Seite steht der Erwartungsdruck der Sponsoren und Fans, Titel und Erfolge zu feiern, und dazu ist nunmal die bestmögliche Konstellation auch im Personal gefragt. Andrerseits sollen junge Talente in den Kader eingebaut und vorsichtig auf das deutlich höhere Niveau geführt werden. „Der Schritt von der 2. Liga in eines der Topteams der 1. Liga ist sehr schwer zu schaffen. Und erst recht, dort dann Stammspielerin zu werden“, sagt Kim Renkema, Sportdirektorin von Allianz MTV Stuttgart. „Talente, die so etwas schaffen, sind eine absolute Ausnahme. Auf dem Weg dorthin sind viele Zwischenschritte nötig und da braucht es vor allem eines: Geduld.“ Immer wieder wurde im Stuttgarter Team versucht, Nachwuchshoffnungen in den Kader aufzunehmen und durch die regelmäßige Trainingsarbeit mit den Profis für den harten Bundesligaalltag zu stählen. 

Auch beim Rekord-Pokalsieger VfB Friedrichshafen wird auf die Nachwuchsarbeit gesetzt. Unabhängig von dem arbeitsreichen Hürdenlauf in jüngster Zeit, mit dem Verlust der Spielstätte und dem Ausweichquartier im fernen Neu-Ulm. „Wir haben in Friedrichshafen, unabhängig von möglichen Störfaktoren immer sehr viel Wert auf die Nachwuchsarbeit gelegt. Das erkennt man vor allem daran, dass wir immer wieder junge Spieler verpflichten, so wie in jüngster Vergangenheit beispielsweise Linus Weber, Lukas Maase, Luciano Vicentin und Ben-Simon Bonin“ erklärt Thilo Späth-Westerholt, Geschäftsführer beim VfB Friedrichshafen. „Außerdem pflegen wir eine sehr enge Verbindung zum Bundesstützpunkt und auch zum Jugendbereich im Amateurbereich. Und da haben wir alle gemeinsam, trotz der genannten Einflüsse von außen, einen guten Job gemacht.“ 

Im Stuttgarter Frauen-Team wurden in dieser Saison in Hannah Kohn, Lisa Grundt und Helena Dornheim drei junge Spielerinnen in den Kader aufgenommen. „Mit Zuspielerin Hannah Kohn haben wir ein Talent, dass es bald schaffen wird, regelmäßig auf dem Erstliga-Parkett zu stehen. Geduld und harte Arbeit sind dafür die wichtigsten Voraussetzungen. Ein gutes Beispiel ist da Lara Berger. Nach zwei Jahren bei uns spielt sie dann auf einmal im CEV-Cup gegen Busto Arsizio gegen ein italienisches Top-Team.“

Schöne Beispiele, aber noch sind Ausnahmen die Regel. Es muss noch mehr getan werden denn Ideen gibt es genug. „Wenn ich es mir wünschen könnte, hätte ich gerne ein komplettes Talent-Team, das mit uns jeden Tag in der SCHARRena trainiert, damit wir unser Zweitligateam noch besser mit dem Erstligateam verknüpfen können.“ Weitere Wünsche der Stuttgarter Sportdirektorin wären mehr Fördergeld und dadurch mehr Internatsplätze damit unter dem Dach des Bundesstützpunktes noch mehr Talente den Weg nach finden und auch die Infrastruktur noch besser ausgebaut werden kann.

Eine verbesserte Infrastruktur steht beim VfB Friedrichshafen nicht erst seit dem Verlust der Heimspielstätte auf dem Wunschzettel: „Solche Punkte wie finanzielle Voraussetzungen, ausreichende Hallenzeiten, Material, und viele helfende Händen, damit sich die Trainer ausschließlich auf ihre Kernaufgabe konzentrieren können“, sagt VfB-Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt.

Titel, das wissen beide Volleyball-Macher, helfen da weiter. In jeglicher Hinsicht.


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