Der Weg vom Papier in die Realität
  31.08.2022 •     Verband , Jugend


Am Anfang war das Konzept, am Anfang war der Wettbewerb, am Anfang war der Preis. 

Der Weg vom Papier in die RealitätDer Weg vom Papier in die Realität

Doch all den vorausgeschickten und ausgezeichneten Ideen sind nun Taten gefolgt. Das vom Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnete Konzept „Volleyball im Verein – meine Heimat“, welches vom Volleyball-Landesverband Württemberg (VLW) entwickelt wurde, hat den Weg vom Papier in die Realität gefunden. An zwei langen Wochenenden im Juni wurde in der Landessportschule Ruit vor den Toren Stuttgarts nicht nur gebaggert und gepritscht, sondern Sport im allgemeinen und Volleyball im besonderen in allen Facetten Kindern und Jugendlichen näher gebracht, die sonst mit Sport, und erst recht mit Vereinsleben zwangsläufig wenig Berührung haben.

 „Wir haben ein Event-Portal auf unserer Webseite. Da kann man sich registrieren, und dann Aktionen auswählen“, erklärt Roman Jung von der Initiative www.children-first.de, die sich um Kinder von einkommensschwachen Familien oder aus speziellen Einrichtungen kümmert. „Alleine im Großraum Stuttgart sind über 1000 Kinder bei uns registriert und können Maßnahmen nutzen, die von Spendern und Sponsoren ermöglich werden.“ So wie die Aktion vom VLW: ein Volleyball-Wochenend-Camp mit allem Pipapo!

Drei Betreuer haben sich an beiden Wochenenden um jeweils rund 20 Teilnehmer gekümmert. „Die Landessportschule ist ja ein Paradies für Kinder und Jugendliche, die so etwas nicht kennen“, berichtet Torben Engelhardt, der Initiator des Projektes beim VLW. „Dort gibt es Tischkicker, Darts, Billard, Teq-Ball und viele Kleinspiele, dann die gesamte Atmosphäre mit den anderen Sportlern. Wir haben dort optimale Bedingungen.“

Neben viel Sportmöglichkeiten wurde die Zeit genutzt, die Strukturen im Deutschen Sport das Vereinswesen sowie das Ehrenamt näher zu bringen. Außerdem wurde mit allen Beteiligten in einem Workshop erarbeitet, wie man ein Volleyball-Turnier für andere Kinder plant. Nach Begrüßung, verschiedenen Kennenlern-Spielen und Einkleidung am Freitagabend stand ein Gespräch über Projektmanagement im Programm. Athletenmanager Constantin Adam (Nationalteam Borger/Sude, Becker/Dollinger, Maximilian Hartung, Tobias Krick) gab einen Einblick in das Leben von Hochleistungssportlern. „Das erste Mal auf der anderen Seite zu sein, also vor so jungen Kids zu sprechen, war schon aufregend, weil ich sonst ja eher mit Gleichaltrigen zu tun habe, beziehungsweise mit Personen aus der Branche, die wissen um was es geht“, beschreibt Constantin Adam seine persönlichen Eindrücke. „Aber während meines Gesprächs mit Torben hat man dann auch gemerkt, dass Kids halt immer noch eher mit Fussball aufwachsen und schnell Fragen nach Gehältern im Beach-/Volleyball aufkamen. Umso wichtiger, dass sie auch mal etwas anderes kennenlernen. Das Projekt ist jedenfalls eine mega-coole Aktion vom VLW und Children First. Ein Wochenendcamp für Kids, in dem Sport, Grundlagen von Verbands-/Vereinsarbeit und Spaß sich die Waage halten.“

Und aktive Einheiten gab es ebenfalls zu genüge. Die volleyballerischen Grundlagen stellte Gerd Philippin vor, der die Volleyballabteilung der Sportvg Feuerbach leitet und dort als Jugendtrainer tätig ist. Auch er, der sowieso schon viel mit jungen Leuten arbeitet, war von der Aktion sehr angetan. „Wir hatten auch Jugendliche aus der Ukraine dabei und es war schön zu sehen, wie gemeinsamer Sport funktionieren kann und Sprache und Herkunft dabei völlig irrelevant ist“, sagt Philippin. „Die Veranstaltung hat auch auf mich selbst sehr nachhaltig gewirkt. Kinder im Training zu haben, die nicht so eine schöne Homebase zu Hause haben, mit ihnen zu arbeiten und wieder einmal zu sehen, wie Sport hilft, Brücken zu bauen.“

Wie geht es weiter?
Alle Teilnehmer besuchen gemeinsam in der kommenden Saison am 3.12.2022 ein Bundesliga-Heimspiel von Allianz MTV Stuttgart inklusive Führung „hinter den Kulissen“ der SCHARRena. „Und das Turnier, dass alle geplant haben, soll umgesetzt werden“, verspricht Torben Engelhardt. „Besser hätte es nicht laufen können. Das Pflänzchen Volleyball ist gepflanzt. Und jetzt können die Teilnehmer den Weg in den Sport hinein suchen und finden. Einige sind sogar schon Mitglied in Vereinen geworden.“ Quod erat demonstrandum.

VLW-Präsident Martin Walter bekräftigt: „Das ist unser gelebtes Wertebild, denn Volleyball verbindet. Wir möchten eine Sportart sein, indem sich alle gesellschaftlichen Gruppen wohlfühlen und eine Heimat finden. Gleichzeitig möchten wir uns beim Landessportverband Baden-Württemberg e.V, dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Children-First, der AOK Baden-Württemberg und nicht zuletzt bei der Allianz MTV Stuttgart für die Unterstützung und Förderung des Projekts im Rahmen des Wettbewerb Sport & Nachhaltigkeit 2021.“