CitySportEvent 2022

Gleich fünf Tage hat der VLW gemeinsam mit Beach&Soul und dem Schwäbischen Turnerbund das CitySportEvent auf die Beine gestellt und die Stuttgarter Innenstadt zu einem Beachvolleyball-Hot Spot verwandelt. Dabei hat die Stadt Stuttgart finanziell und strukturell unterstützt und diese Veranstaltung erst möglich gemacht.

Direkt vor dem Stuttgarter Kunstmuseum ist dem VLW die Kunst gelungen, Breitensport und Leistungssport und „Passantensport“ in einem einzigen großen Sandkasten zu vereinen. Mitte Juni wurde mitten auf Stuttgarts Shopping-Meile Königsstraße fünf Tage lang gebaggert und geschmettert, auf rund 300 Tonnen feinsten Sandes, die temporär in der Fußgängerzone ausgebracht waren. Die mehrtägige Veranstaltung war Teil des „CitySportEvent“ der Stadt Stuttgart, bei der auch der Schwäbische Turnerbund (STB) mit einem Ninja-Parcour und weiteren Aktivitäten vertreten war.

Mit der Agentur „Beach&Soul“ hatte sich der VLW einen kompetenten Veranstalter mit ins Boot geholt und die Premiere war gleich ein Erfolg: Alle fünf Tage mit seinen unterschiedlichen Turnieren waren in kürzester Zeit ausgebucht. „Das Konzept ging total auf. Wir haben Breitensportler*innen und Vereinssportler*innen aus dem Stadtgebiet genauso zusammen gebracht, wie Studenten*innen, Kindergartenkinder, Profisportler*innen aus dem Ländle, die Feuerwehr der Stadt Stuttgart sowie zahlreiche Zuschauer, welche spontan selbst die Schuhe auszogen, den Ball schnappten und so zu aktiven Teilnehmer*innen wurden“, berichtet Andreas Burkard, Geschäftsführer des VLW sowie einer der Veranstalter von Stuttgart Beach 2022. „Besonders schön war zu sehen, wie die Courts nach Turnierschluss jeden Abend von der Bevölkerung angenommen
wurden. Bei cooler Musik haben sich viele in lockerer und harmonischer Atmosphäre im Beachvolleyball versucht.“

Helge Rupprich, Dozent an der Universität Mainz, ist als Geschäftsführer von „beach&soul“ sehr erfahren mit Beachvolleyball-Innenstadt-Veranstaltungen. „Obwohl Beachvolleyball olympisch ist, läuft es im Freizeitbereich immer noch in der Rubrik Trendsport. Das hat man gerade wieder in Stuttgart gesehen“, sagt Rupprich. „Die Frequenz auf einer der beliebtesten Einkaufsstraßen Süddeutschlands war gigantisch. Es war einfach mega, wie die zufällig vorbeikommende Bevölkerung in den Abendstunden durch unsere bloße Präsenz zum Mitmachen aktiviert wurde.“ Den schlechten Ruf des nächtlichen Stuttgarter Brennpunkts „Freitreppe“ hat Rupprich auch in Mainz vernommen. „Insgesamt hat uns das Publikum sehr freundlich aufgenommen. Wir waren baff angesichts der guten Atmosphäre. Und es zeigt sich wieder einmal das alte Sprichwort bewahrheitet: Wie man in den Wald herein ruft, schallt es heraus. Unterschiedliche Altersgruppen und unterschiedliche Nationalitäten haben spontan gemeinsam Sport getrieben.“

Tagsüber war das Programm für den großen Sandkasten strukturiert. So gab es nacheinander ein Turnier des integrativen Schulsports unter dem Stichwort „Grenzenlos Volleyball“ und den VLW-Mixedcup Zwei gegen Zwei. Einen Tag später wurde der Mixed RegioCup Vier gegen Vier unter der Schirmherrschaft der SportRegion Stuttgart durchgeführt. Am Freitag ist der „größte Sandkasten Stuttgarts“ zur Spielwiese für den Hochschulcup unter der Schirmherrschaft der VLW-Partnerinitiative „Children First“ geworden. Am Samstag kam es zu Tempoerhöhung auf dem Sand beim VLW-Profiturnier und am Sonntag stieg das Integrationsturnier der Initiative „Volleyball
verbindet“.

Das Fazit der Veranstalter war schnell gefunden: Voller Erfolg, der unbedingt eine Wiederholung fordert. „Dann wollen wir den Bürger*innen noch deutlicher aufzeigen, wo man außerhalb so einer Aktion Volleyball und Beachvolleyball spielen kann, durch die Einbindung und Vorstellung der örtlichen Vereine“, sagt Andreas Burkard. „Auch könnte das Konzept um weitere Sportangebote erweitert werden wie zum Beispiel aufgestellte Tischtennisplatten.“ Im Idealfall soll der temporäre Sandkasten gleich an zwei Wochenenden genutzt werden und auch die abendliche Nutzung für Jedermann soll verlängert werden. „Es sollte im Prinzip jeden Tag zwei Zeiten zum Mitmachen für Passanten geben, damit wir die Bürger noch mehr einbinden können“, blickt Burkard nach vorne und Helge Rupprich träumt vom Flutlicht. „Einerseits können wir dann beim Profi-Turnier mit Night-Sessions locken, andrerseits wäre in den Abendstunden möglich, die Mitmach-Angebote länger durchzuführen.“ Träumen ist erlaubt. Seit Jahren versuchten verschiedene Veranstalter, den Beachvolleyballsport mitten in die Stuttgarter Innenstadt zu bringen. 

Dem VLW ist es, dank der städtischen Unterstützung, jetzt gelungen. 

Text: Tom Bloch