Volleyballer im digitalen Sitzungsmarathon
  25.02.2021 •     Verband


Der VLW zoomt: Die Jugendbezirkstage sind bereits Geschichte. Jetzt sind nacheinander die Bezirkstage dran. Alles läuft online – und reibungslos. Und mit viel mehr Teilnehmern als sonst.

Volleyballer im digitalen Sitzungsmarathon

Auch wenn die Technologie für viele völlig neu ist, wird sie von allen angenommen. Verbandstreffen im Internet sind möglich, selbst wenn Aussprachen und Abstimmungen notwendig sind. VLW-Vizepräsident Michael Wüchner zieht nach den vier bereits abgehaltenen Jugendbezirkstagen ein überaus positives Fazit. „Wir haben festgestellt, dass wir deutlich mehr Teilnehmer haben als früher bei Präsenzveranstaltungen.“ Logisch, sitzen doch viele ehrenamtliche Vereinsvertreter längst Home-Office-gestählt zu Hause und können sich in solche Versammlungen mit wenigen Maus-Klicks einwählen. Der Clou:  die oft langen Anfahrtswege entfallen. „Auch haben wir die Erfahrungswerte einer Veranstaltung gleich wieder für die nächste genutzt“, sagt Wüchner. Präsentationen optimiert zum Beispiel. 

Abstimmung per Maus-Klick
Auch wenn eine Abstimmung über den möglichen parallelen Chat funktionieren würde, hat man sich beim Verband für die Nutzung eines speziellen Abstimmungs-Tool bedient. „Damit sind wir gerüstet, um auch in Zukunft bei eventuellen eng verlaufenden Stimmenabgaben einen korrekten Verlauf zu gewährleisten“, sagt Vizepräsident Michael Wüchner, der auch hauptberuflich in der IT-Welt zu Hause ist und weiß, wovon er spricht. Man habe jeweils kurz vor Beginn mit den Teilnehmer an den Bezirksjugendtagen im digitalen „Warteraum“ Testläufe mit dem Abstimmungs-Tool veranstaltet, um anschließend die Reibungslosigkeit zu gewährleisten. Das Abstimmungs-Tool digitalwahl.org ist ein gemeinsames Projekt mehrerer Chorverbände, unter anderem des Schwäbischen Chorverbandes. Es steht auch anderen Vereinen kostenfrei zur Verfügung. Diese Unterstützung ist für Johannes Pfeffer, Geschäftsführer der ProStimme Medien- und Dienstleistungs-GmbH, selbstverständlich: „Digitalwahl.org wurde durch öffentliche Fördermittel finanziert und soll gemeinnützigen Vereinen und Verbänden so wie dem VLW, helfen, notwendige Sitzungen auch digital gestalten zu können.“

Mittlerweile ist auch der erste Bezirkstag absolviert. Im Wochenrhythmus geht es nun weiter. „Und wir stellen fest, es läuft alles seinen normalen Gang“, sagt Vizepräsident Jürgen Handte. „Wir hangeln uns wie sonst auch an der Tagesordnung entlang. Alles ein wenig unspektakulär.“ Und dennoch von Vorteil, dass diese satzungsgemäß notwendigen Veranstaltungen trotzdem stattfinden und nicht einfach nur verschoben werden. Sinnvoll sind sie auch, weil der Verband auf diese Art auch direkt mit den Vereinen kommunizieren kann. Denn oftmals fehlt bei Mailversand der Bezug und die Möglichkeit der direkten Nachfrage. Doch auf den digitalen Sitzungen kann der VLW alle seine aktuellen Projekte nochmals konkret vorstellen. Und die Liste ist lang: 

  • neues Schulportal www.volleyball.schule 
  • Lehrvideos zur Technik (Zu finden als Eckpfeiler der Basistechnik)
  • digitale Aus- und Fortbildungsveranstaltungen in der Lehre (Trainerbereich), bei den Schiedsrichtern und im Allgemeinen Vereinsmanagement
  • die Talent- und Leistungsstützpunkte
  • Die Initiative im Bereich Integration (Volleyball verbindet) und natürlich 
  • die Quattro Beach Liga – ein kostenfreies Spielangebot für alle VLW-Vereine.

Was fehlt: der soziale Kontakt
Was auffällt bei den digitalen Sitzungen, ist eine verkürzte Aussprache am Ende der Online-Veranstaltung. Weniger Diskussionen, wenig Gespräche als sonst, was eben der digitalen Form geschuldet ist. Das unterstreicht, was allen fehlt in dieser Zeit mit Pandemie-bedingten Einschränkungen: der soziale Kontakt. 

Gerade diese notwendigen Zusammenkünfte der Bezirkstage oder weiterer Vereinsversammlungen wurden sonst zum regen Austausch genutzt. Das Miteinander fehlt – eben das, was für Sportler das Salz in der Suppe ist. Für den anstehenden Verbandstag Anfang Mai ist man gerüstet. Er kann jederzeit ebenfalls digital durchgeführt werden.

„Andere Verbände warten die Lage ab und verschieben, aber ich denke, das hilft niemanden. Und unsere digital durchgeführten Sitzungen haben sich längst bewährt“, sagt Vizepräsident Jürgen Handte.
Auch außerhalb der notwendigen Termine denken die Verantwortlichen im Verband an die Möglichkeit, virtuelle Stammtische abzuhalten, um auch in der Pandemie den Vereinen und ihren Mitarbeitern, Funktionären und den Sportlern näher zu sein. „Sollte uns die Pandemie keine andere Wahl lassen, so sind wir vorbereitet und können auch in Zukunft digital tagen“, sagt VLW-Geschäftsführer Andreas Burkard. „Im Rahmen unseres Nachhaltigkeits-Engagements werden wir sicher auch eine sinnvolle Möglichkeit finden, den sozialen Austausch mit dem Schonen von Ressourcen zu verbinden.“