VLW Auswahl männlich spielt Wintercup in Modena
  08.01.2020 •     VLW männlich 0506 , Leistungssport


Für den erst im Herbst neu gebildeten VLW Kader männlich war das internationale Turnier in Italien Standortbestimmung, zeigte aber auch genau die Schwächen auf, die es nun zu beheben gilt.

VLW Auswahl männlich spielt Wintercup in Modena

Viel Zeit war nicht vergangen, seit sich der Kader des VLW vor den Weihnachtstagen verabschiedet hatte. Der Vorbereitungslehrgang endete am Sonntag 22.12.2019 und bereits vier Tage später, am zweiten Weihnachtsfeiertag trafen sich die jungen Sportler mit ihrem Trainerteam erneut im Leistungszentrum Friedrichshafen zur Vorbereitung auf das anstehende und hochintensive Turnier in der italienischen Volleyballhochburg Modena. Die Trainingseinheit am Spätnachmittag stand besonders unter dem Schwerpunkt Aufschlag – Annahme, jedoch konnte am Ende der Einheit auch noch die weitere Abstimmung zwischen Zuspiel und den spezialisierten Angreifern mit ihren unterschiedlichen Pässen aufgegriffen werden. Nach einer in diesem Jahr besonders ruhigen Nacht im Leistungszentrum konnte der VLW Tross am nächsten Tag die Reise über die Alpen antreten.

Nach Bezug des Hotels stand der erste Gegner, Pallavollo Cisano, für die VLW Jungs bereit. Der Start ins Turnier offenbarte noch Luft nach oben. Nervös und fahrig zu Beginn machte die Startformation vor allem viele Aufschlagfehler. Dieses Dilemma führte dann auch zu Folgeunsicherheiten, beispielsweise dem mutigen Ausspielen der geübten Chance – Ball Situationen. Mit der immer stabiler werdenden Annahme gelang es die Kontrolle zu gewinnen und auch so konnte bereits im ersten Satz ein Doppelwechsel Zuspieler – Diagonaler durchgeführt werden. Die Erkenntnis des ersten Satzes zog sich jedoch durch das gesamte Turnier und nicht immer zugunsten der VLW Mannschaft: War man in der Lage druckvoll und effektiv aufzuschlagen, konnte auch häufig der Ballwechsel für die VLW Farben entschieden werden. Oft brachte man jedoch den Gegner wieder ins Spiel, indem gleich der erste Aufschlag oder der direkt darauf folgende fehlerhaft war. Dies führte auch dazu, dass Cisano im zweiten Durchgang Satzball hatte. Konsequent konnte dieser jedoch abgewehrt und das Spiel mit 2:0 gewonnen werden (25:18, 26:24).

In der Vorbereitung des zweiten Spiels stellte Verbandstrainer Andreas Elsäßer nochmals die Entwicklung im Block voran, wollte man doch, wann immer es möglich war, einen Dreierblock stellen – auch hier gab es Entwicklungspotential zum ersten Spiel. Im nächsten Spiel gegen Selea Club Arezzo gelang dem VLW Team auch dies phasenweise. Immer sicherer agierend hielt man dem Gegner entgegen. Bis zum 16:13 konnte man sich einen Vorsprung erarbeiten, der aber zum 19:22 und 20:23 wieder in einen Rückstand mündete. Jetzt erwachte der Kampfgeist der Württemberger. Unnachahmlich und mit einer vorher nicht dargebotenen Konsequenz konnten fünf Punkte in Folge gewonnen und der Satz mit 25:23 für den VLW entschieden werden. Die beste Turnierleistung wurde auch mit dem 25:16 des zweiten Satzes dokumentiert. Damit war man als Gruppenerster für das Achtelfinale qualifiziert. Gegner war am nächsten Morgen Lupi Santa Croce.

Leider konnte der VLW zu keiner Zeit an die Turnierleistung des vergangenen Tages anknüpfen und mit großen Mängeln im Bereich Block – Feldverteidigung musste das Spiel deutlich (18:25, 21:25) abgegeben werden. Im nächsten Spiel gegen US Castelnuovo ging es darum, einen einstelligen Platz im Turnierranking zu erreichen. Das VLW Team stabilisierte sich, allerdings gegen einen nicht mehr so starken Gegner und gewann sicher. Drei Matchbälle konnten im zweiten Satz nicht genutzt werden (28:30) und erst der insgesamt fünfte Matchball zum 15:13 bedeutete den 2:1 Sieg. Auch das Spiel gegen Rulmeca Volley Almevilla konnte sicher mit 2:0 (25:18, 25:13) gewonnen werden. Am dritten Finaltag stand das von den Verantwortlichen eigeforderte Spiel um Platz 9 bevor, Gegner hier Roomy Lube. Die Qualität der Gegnermannschaft zeigte sich vor allem mit starken Aufschlägen sowie einem sehr variablen Zuspiel mit effektiven Außenangreifern. Die Württemberger hielten mit und verloren den Satz knapp (22:25). Bei Abwehr eines italienischen Matchballes war es der dritte Satzball, der (27:25) genutzt wurde.

Am Ende eines kräftezehrenden Turnieres war es dem VLW Team nicht mehr möglich die Qualität im dritten Satz zu halten (9:15), auch wieder ein Unterschied zu den nicht nachlassenden italienischen Mannschaften. „Es war wieder ein tolles Turnier und wir sahen uns wieder starken italienischen Mannschaften gegenüber!“, resümierte Andreas Elsäßer und ergänzte: „wir haben die Standortbestimmung genutzt, um herauszufinden, wo in den nächsten Lehrgängen die zu setzenden Schwerpunkte sind. Diese wurden uns deutlich aufgezeigt.“ Nach der beeindruckenden Finalveranstaltung in der Volleyballarena von Modena trat die VLW Delegation mit vielen Eindrücken die Heimreise an.

VLW Auswahl: Tim Gaßner, Lucas Huckle (VfB Friedrichshafen), Raphael Noz, Felix Baumann, Stephan Prochnau, Neo Epple (MTV Ludwigsburg), Dominik Marjanovic, Mika Ahmann, Tobias Blum (TSV Schmiden), Giulio Wahrlich, Florian Forschner, Marc Schulz (TV Rottenburg) - Trainer: Andreas Elsäßer, Co-Trainer: Jörg Bregler