Im heißen Sand von Shiokaze Park
  21.07.2021 •     Verband , Beachvolleyball , Leistungssport


Temperaturen von fast 40°C im Schatten gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit versprechen schon vor dem Start in das Olympische Beachvolleyball-Turnier: Es wird heiß. Und vor heißen Begegnungen steht auch das Nationalteam Karla Borger/Julia Sude, die im Pool A in einer äußerst anspruchsvollen Gruppe starten.

Im heißen Sand von Shiokaze Park

Tokio (tob). From Moscow with Love – die Gruppen für das Olympische Beachvolleyball-Turnier, welches vom 24. Juli bis zum 7. August im Shiokaze Park in der Bucht von Tokio ausgetragen wird, wurden vor wenigen Wochen in Moskau ausgelost.

Das Nationalteam Karla Borger/Julia Sude startet im Pool A mit einer entsprechend eindrucksvollen Konkurrenz: Den Weltmeisterinnen Sarah Pavan/Melissa Humana-Paredes aus Kanada, den Europameisterinnen Joana Heidrich/Anouk Vergé-Depré und den Continental-Cup-Siegerinnen Katja Stam/Raïsa Schoon aus den Niederlanden.

Kurios: Für Karla Borger hat sich nach Rio de Janeiro 2016 bei ihrer zweiten Teilnahme bei den Spielen in der Gruppenzusammensetzung wenig geändert, sie trifft auf dieselben Nationen und teilweise sogar auf dieselben Spielerinnen: Kanada (mit Sarah Pavan), Schweiz (mit Joana Heidrich) und die Niederlande. Für Julia Sude ist es zwar die erste Teilnahme, doch auch ihr sind die Gegnerinnen selbstverständlich nicht unbekannt.

Grundsätzlich gilt bei Olympischen Spielen, wie gut man mit den äußeren Umständen umgehen kann. „Die Situation ist für alle gleich. Man muss deswegen versuchen, das Turnier zu seinen Spielen zu machen“, sagt Trainer Thomas Kaczmarek.
Nicht nur die Gegner gilt es zu bezwingen, sondern auch die außergewöhnliche Hitze in dem gespenstisch leeren Stadion mit 12.000 Sitzplätzen. Der Weltverband FIVB hat extra ein Merkblatt für die Athleten veröffentlicht und spricht darin von den „heißesten Spielen bislang“. Beim olympischen Testturnier in Tokio 2019 gab es seinerzeit vier Spiele, bei denen Athleten aufgrund der Hitze eine „medical time-out“ nahmen. Bei einem Spiel musste sogar ein Schiedsrichter nach hitzebedingten körperlichen Beschwerden ausgewechselt werden.

Doch mit den heißen Temperaturen können sich Karla Borger und Julia Sude sehr gut arrangieren. „Die Bedingungen jetzt sind im Prinzip genau so wie damals beim Olympischen Vorbereitungsturnier. Prima. Je heißer, desto besser. Das liegt uns“, sagt Julia Sude. „Wir sind was das Wetter angeht, absolute Asien-Liebhaberinnen, und haben bei solchen Bedingungen unser erfolgreichsten Turniere gespielt.“ Dennoch freuen sich beide, dass aufgrund der exponierten Lage in der Bucht, zusätzlich immer ein wenig Wind durch das Stadion weht. 
Die Gruppenauslosung hat bei Karla Borger kaum für Stirnrunzeln gesorgt: „Bei Olympia gibt es keine leichten Gruppen. Wir haben schon bewiesen, dass wir jeden aus unserer Gruppe schlagen können. Olympia hat seine eigenen Regeln. Wer macht sich den meisten Druck? Wer kommt am besten mit der Situation vor Ort klar? Das sind alles Faktoren, die zusätzlich ins Spiel kommen“, sagt Borger. „Wenn wir die Gruppe schaffen, wissen wir, dass wir vorne mitspielen können“.

Auch Trainer Thomas Kaczmarek ist nach dem ersten Training auf dem CenterCourt gelassen. „Hier sind genau die Bedingungen, die wir erwartet haben und darauf sind wir vorbereitet. Überhaupt muss man mal auch festhalten, wie dankbar wir sein können, dass die Spiele überhaupt stattfinden. Im Vorfeld gab es ja wirklich viel Kritik. Aber was hier passiert, in den wenigen Tagen, die wir erst hier sind, mit einer unvorstellbar tollen Gastfreundschaft der Japaner und ihrem sagenhaften Organisationstalent, das ist einfach unglaublich.“
Beim Anblick des riesigen Stadions, welches leider leer bleiben muss, bekomme doch jeder das gewissen Funkeln in den Augen. „Viele haben Jahre dafür investiert, hier einmal spielen zu können. Dann ist es schön, so belohnt zu werden. Und gerade deshalb, ist es auch egal, gegen wen man spielt.“ 

Und hier die Ansetzungen der Vorrunde:

Samstag, 24. Juli, 17 Uhr Ortszeit, 10 Uhr deutsche Zeit:
Borger/Sude gegen Heidrich/Vergé-Depré (SUI)

Montag, 26. Juli, 12 Uhr Ortszeit, 5 Uhr deutsche Zeit:
Borger/Sude gegen Pavan/Melissa (CAN)

Donnerstag, 29. Juli, 15 Uhr Ortszeit, 8 Uhr deutsche Zeit:
Borger/Sude gegen Stam/Schoon (NL)

Modus: Die beiden Ersten der sechs Gruppen und die zwei besten Dritten kommen automatisch weiter. Die vier weiteren Dritten spielen in einer Lucky-Loser-Runde zwei weitere Teams aus, um das 16er-Feld für die K.o.-Runde voll zu machen, die ab dem 1. August beginnt. 

Übertragung im TV: 
Offenbar werden alle Beachvolleyballspiele mit deutscher Beteiligung auf Eurosport übertragen. Auch ARD und ZDF planen Übertragungen im Live-Stream.

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