VLW-Jungs gastieren beim Wintercup in Modena
  07.01.2019 •     Leistungssport


Mit großen Erwartungen und großer Vorfreude machte sich die VLW Auswahl zwischen den Jahren wieder zum großen Wintercup nach Modena.

Wieder füllte sich das Leistungszentrum Friedrichshafen am zweiten Weihnachtsfeiertag zuverlässig in gewohnter Weise. Gegen Spätnachmittag trafen alle nominierten Kaderathleten motiviert und pünktlich zum Treffpunkt ein. Nach einer zweistündigen Trainingseinheit, in der vor allem der Komplex Aufschlag – Annahme Thema war, hieß es früh zur Ruhe zu kommen, denn die frühe Abfahrt am nächsten Morgen stand an. Die Württemberger waren auch zu diesem Turnier mit der festen Absicht angereist, jedem Gegner die größtmögliche Gegenwehr zu liefern und wenn möglich das Feld als Sieger zu verlassen und so war der Einzug in das Finale, das in der riesigen Volleyballarena von Modena ausgetragen wird, das große Ziel.

Die Württemberger waren in Dreiergruppen eingeteilt, was zur Folge hatte, dass schon der Turnierstart von großer Bedeutung für den weiteren Turnierverlauf sein sollte. Am Anreisetag starteten die VLWler gegen die Mannschaft VG Modena. Die Heimmannschaft, die aber nicht die Ausrichtermannschaft war, sollte also die erste Standortbestimmung für das weitere Turnier sein. Wie immer starteten die Württemberger nervös, was sicherlich auf die lange Fahrt, aber natürlich auch auf die hoch emotionale und kämpferische Art des Volleyballs, die alle italienische Mannschaften an den Tag legen konnten, zurückzuführen war. Als diese Nervosität abgeschüttelt war, gelang ein klarer 2:0 Erfolg (25:16, 25:11). Im zweiten Gruppenspiel reichte eine durchschnittliche Leistung, sich in den entscheidenden Satzsituationen aufgrund effektiver Block – Abwehrarbeit abzusetzen und beim 25:19, 25:19 konnten auch einige Ergänzungen getestet werden.

Damit war der Weg als Gruppenerster für die KO Spiele gelegt. Die große Players-Party musste also doch zugunsten einer guten Vorbereitung auf das am nächsten Tag stattfindende Achtelfinale verkürzt werden. Hier stand das Team Spinnaker Albisola auf der anderen Netzseite. Mit 25:5 und 25:6 konnte das bis dahin beste Turnierspiel gezeigt werden. Kompromisslos wirksam zeigten die Württemberger starke Aufschläge und Blockaktionen. Im Viertelfinale gegen Lupi Santa Croce – Cascinese offenbarte der VLW eine ähnlich starke Vorstellung. Mit 25:13 und 25:8 hatte der Gegner nicht wirklich eine Chance.

Somit war das Team aus Württemberg nur noch einen Schritt vom großen Finale entfernt. Perfekt auf den Gegner des Halbfinales, die Heimmannschaft Anderlini Modena eingestellt, das durch das Scouting von Timo Meßmer möglich war und mit einem Matchplan von Verbandstrainer Andreas Elsäßer ausgestattet, ging es in das Spiel. Begleitet von vielen Zuschauern der Heimmannschaft startete Modena furios und Württemberg zog hinterher. Doch plötzlich war sie weg, die Sicherheit, die Genauigkeit im Zuspiel und die damit verbundene Angriffsdominanz. Alle abgesprochenen Taktikzüge wurden umgangen. Immer einem knappen Rückstand hinterherlaufend, musste der Satz 21:25 abgegeben werden. Gleiches Bild im zweiten Satz. Aufopferungsvoll verteidigende Italiener machten die Punkte gegen die plötzlich die Verunsicherung spürende Württemberger. Doch der an den Aufschlag kommende Kapitän Ben Simon Bonin konnte das Blatt nochmal wenden und nach einem 19:23 Rückstand einen 25:23 Sieg folgen lassen. Doch wer jetzt glaubte, der VLW fände zu seiner Sicherheit zurück, sah sich getäuscht. Mit 15:8 zog die Heimmannschaft verdient ins Finale ein und ließ einen tief enttäuschten VLW zurück.

Der Stachel gegen einen zugegeben starken, aber dennoch schlagbaren Gegner verloren zu haben, saß tief. So stand am nächsten Tag das Spiel um Platz 3 gegen das Team MAV PU Montesi auf dem Programm. Die volleyballerischen Lebensgeister kehrten auf Seiten des VLW zurück und mit einem 25:19 und 25:11 Erfolg gelang ein versöhnlicher Abschluss. Das Resümee von Trainer Andreas Elsäßer fiel nach Turnierschluss entsprechend aus: „Natürlich sind wir enttäuscht und wir wären gerne einen Schritt weiter gegangen. Dennoch haben die Jungs bis zum Halbfinale einige tolle Spiele gezeigt. Jetzt gilt es das Erfahrene aufzuarbeiten und positiv zu nutzen.“

Für den VLW spielten: Milan Kvrzic, Danis Jukic, Anton Jung, Ben Simon Bonin, Philipp Herrmann, Nick Hoschke, Kai Wolf, Carl Möller (TV Rottenburg), David Paljic (TSV Schmiden), Fabian Hosch (MTV Ludwigsburg), Simon Kohn (VfB Ulm), Silvio Hellrigl (SSV Wilhelmsdorf)