Historischer Erfolg beim Bundespokal
  21.10.2019 •     Leistungssport , VLW männlich


Die männliche VLW-Auswahl hat am vergangenen Wochenende beim Bundespokal in Dippoldiswalde einen historischen Erfolg gefeiert. Denn zum ersten Mal gewann ein Doppeljahrgang beide Bundespokale. Das weibliche VLW-Team fand nie richtig in das Turnier und beendete den Bundespokal auf Platz 7.

Die zweijährige Förderzeit beim VLW endet für die Kaderspieler der Geburtsjahrgänge 2003/04 wie sie erfolgreicher hätte nicht sein können. Das Team Württemberg um Verbandstrainer Andreas Elsäßer konnte seinen im vergangenen Jahr errungenen Titel beim Regionalen Bundespokal Süd erfolgreich verteidigen und krönt damit gewinnbringende Jahre.

Der Beginn des Turnieres versprach gleich spannenden Begegnungen, standen sich doch die vier Halbfinalteams des vergangenen Jahres wieder gegenüber. Für das VLW Team bedeutete dies gegen die traditionell starke Mannschaft aus Sachsen anzutreten. Dies war zunächst für das Trainerteam eine unbekannte Größe, hatte man doch bei den letzten Turnieren kein direktes Aufeinandertreffen zu bewerkstelligen – und es sollte bei diesem Turnier nicht das letzte Spiel gegen die Heimmannschaft sein. Nervös startete der Titelverteidiger ins Turnier und die Sachsen hielten dagegen. Führungen wechselten im ersten Satz hin und her, aber gegen Satzende immer mehr in Württemberger Richtung. Beim 24:22 erspielte sich das VLW Team die ersten beiden Satzbälle. Im zweiten Anlauf gelang der erlösende Satzgewinn. Gestärkt ging man in den zweiten Durchgang. Mit immer größer werdender Sicherheit konnten sich die Jungs gleich zu Beginn leicht vom Gegner absetzen. Auf Dauer des gesamten Spiels hin gesehen, konnten die Sachsen die Württemberger in ihrer Spiel- besonders Annahmestabilität nicht in Gefahr bringen. Der zweite Satz endete mit 25:19 für den VLW.

Das erste Spiel brachte dem Trainerteam die Erkenntnis, dass die anderen Landesverbände im vergangenen Jahr auch zielstrebig gearbeitet haben, aber auch das VLW Team seine Hausaufgaben gemacht hatte. Das Spiel der Württemberger Volleyballer stabil vor allem wichtigen Element Annahme und mit herausragenden Zuspielern bestückt, die in den meisten Fällen ihre Angreifer in Szene zu setzen wussten, zeigte eine grundsolide Struktur und war Beweis der qualitativen Trainingsarbeit der vergangenen zwei Jahre.

Damit war der erste Turniertag schon beendet, das vermeintlich schwerste Spiel war erfolgreich überstanden und der Weg für einen optimalen Turnierplan schien möglich. Die männliche VLW Delegation nutzte den Tag, um sich noch kurz auf den Weg in die Dresdner Innenstadt zu machen, um sich die Frauenkirche anzuschauen.

Am Samstag im ersten Spiel standen die VLWler dem Team aus dem Saarland gegenüber. Schon schnell stand fest, dass dieser Gegner an diesem Tag keine unüberwindbare Hürde darstellte und so konnte Trainer Elsäßer weitere Wechselalternativen für die zu erwartenden Ernstfälle testen. Im letzten Gruppenspiel waren nun die Hessen die Gegner, die ihrerseits ein qualitatives gutes Spiel gegen die Sachsen abgeliefert hatten. Die Württemberger waren also gewarnt. Und diese Warnung war auch gut, denn auch hier entwickelte sich ein spannender Satzverlauf. Aufopferungsvoll kämpfende Hessen, die alles in die Waagschale warfen, standen der VLW Auswahl gegenüber. Im ersten Satz lag man ständig knapp im Hintertreffen und vor allem das Endkampfverhalten gegen Satzende sorgte für den knappen 25:23 Satzerfolg. Im zweiten Satz offenbarte sich ein ähnliches Bild wie beim Spiel gegen die Sachsen: der Gegner konnte den Druck und das Niveau nicht auf Dauer halten, auch eine große Qualität der VLW Mannschaft. Mit 25:15 konnte man den Hessen deutlich die Schranken aufzeigen.

Somit war das Minimalziel erreicht, die direkte Qualifikation für das Halbfinale, was auch bedeutete, dass kein zusätzliches Qualifikationsspiel mehr zu absolvieren war. Die Württemberger konnten sich also zur Regeneration in die Unterkunft zurückziehen und in Ruhe auf den Halbfinalgegner vorbereiten. In Videosequenzen des eigenen, aber auch des Gegners Nordbaden konnte Scout Timo Messmer die entscheidenden Impulse und einen guten Matchplan für den nächsten Tag ausgeben.

Und diesen Matchplan setzten die Jungen um Kapitän Ben-Simon Bonin konsequent um. In der wohl besten Turnierleistung der VLW Mannschaft wurde Nordbaden regelrecht von der Stärke der Württemberger überrollt. Bis zum 15:4 im ersten Satz waren es sogar noch die Württemberger selbst, die mit drei Aufschlagfehler zum Punktekonto des Gegners beitragen konnten. Nur noch drei weitere Gegnerpunkte ließ man zum deutlichen und sehr überzeugenden 25:7 Satzerfolg zu. Im zweiten Satz konnte Nordbaden nun ihrerseits auch einige Angriffe durchbringen, an der Dominanz konnten sie gleichwohl jedoch nichts ändern. Mit 25:18 ging auch dieser Durchgang nach Württemberg.

Im Finale stand nun wieder Sachsen auf der anderen Netzseite, die überraschenderweise mit viel heimischer Zuschauerunterstützung die favorisierten Bayern niederringen konnten. Jedes Finale schreibt seine eigenen Gesetze. Auf Württemberger Seite war man gespannt, ob man innerhalb eines Turnieres zweimal mit gewünscht gleichem Ergebnis gewinnen kann – jedenfalls ging man auch aufgrund des Vorrundenerfolges als Favorit in dieses Finale. Und auch hier gab es zunächst ein Spiegelbild der schweren Vorrundenspiele: Alles in die Waagschale werfende Sachsen, die vom Heimpublikum stark angefeuert wurden, konnten den VLWlern mehr als Paroli bieten. Doch auch die Württemberger hatten mit den zahlreich mitgereisten Spielereltern einen Fanblock vorzuweisen. Gegen Satzmitte konnte sich VLW absetzen und einen für ein Finale klares 25:19 abliefern. Der zweite Satz sollte nochmals Spannung zeigen. Sachsen erspielte sich leichte Vorteile, doch beim 20:21 Rückstand übernahm der VLW die Regie. Mit unbändigem Siegeswillen gelang der 25:22 Erfolg. Große Jubelszenen zeigten die riesengroße Freude bei Spielern, Trainern und Eltern.

Einige Erkenntnisse konnten am Ende gemacht werden. Das Gerüst der VLW Mannschaft mit allen Elementen war stabil und konnte von keiner anderen Mannschaft umgestürzt werden. Dieses Gerüst konnte von einigen Seiten während der vergangenen zwei Jahre aufgebaut werden durch die konsequente Arbeit während der Lehrgangswochenenden. Auch das Training am Bundesstützpunkt Friedrichshafen, an dem der große Teil der Spieler schon angesiedelt ist, zeigte seine überzeugende Wirkung. Hier konnten die Jungen unter professionellen Bedingungen unter Stützpunkttrainer Adrian Pfleghar arbeiten und sich entwickeln. Auffallend gegenüber den anderen Landesverbänden war auch, dass auch die Qualität der so genannten Ergänzungsspieler groß war und auch dies ein Unterschied zu den anderen Teams darstellte.

Und so zeigte sich Verbandstrainer nach dem großen Erfolg einerseits sehr zufrieden, aber auch ein wenig wehmütig: „In den letzten zwei Jahren haben wir mit den Jungs intensiv gearbeitet und trainiert und dabei haben wir viele Fortschritte gemacht. In der Bildung einer Auswahlmannschaft steckt viel Herzblut drin. Ganz besonders fällt uns der Abschied von dieser siegreichen Mannschaft mit ihren tollen Typen schwer. Wir wünschen allen Spielern viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg.“

VLW männlich: Ben-Simon Bonin, Philipp Herrmann, Nick Hoschke, Anton Jung, Milan Kvrzic, Carl Möller, Kai Wolf (alle TV Rottenburg), Fabian Hosch, Leo Koch (MTV Ludwigsburg), Silvio Hellrigl (SSV Wilhelmsdorf), Simon Kohn (VfB Ulm), David Paljic (TSV Schmiden)

Trainer: Andreas Elsäßer
Co-Trainer: Jörg Bregler, Timo Messmer
Physio: Kristin Kniesel


Das weibliche VLW-Team um Trainer Sebastian Schmitz fand nie wirklich in das Turnier und beendete die Gruppenphase mit zwei Niederlagen gegen Nordbaden (23:25, 25:19, 10:15) und Sachsen (25:22, 8:25, 7:15) auf dem 3. Platz. Auch im Überkreuzspiel gegen die späteren Bundespokalsiegerinnen Hessen tat sich die Auswahl schwer und verlor mit 0:2 (23:25, 13:25). 

Somit spielte man am Ende nur in der Platzierungsrunde um die Plätze 7-9. In der dortigen Gruppe konnte man nach einer 1:2-Niederlage gegen das Saarland (26:24, 28:30, 10:15), den Bundespokal noch mit einem 2:0 (25:14, 25:21) Sieg gegen Thüringen beenden und am Ende zumindest den 7. Platz nach Württemberg holen.

VLW weiblich: Jana Bachmann, Leonie Büdenbender, Helena Dornheim, Mathilda Hellwig, Pauline Herb, Zoe Welz (alle MTV Stuttgart), Maja Latus, Chiara Nadalin (beide FV Tübinger Modell), Iva Maglica, Kim Prade (beide TSG Backnang), Lotta Slabon (VC Mönsheim), Klara Röttger (VfB Friedrichshafen)

Trainer: Sebastian Schmitz
Co-Trainer: Jan Herkommer
Physio: Kristin Kniesel