DVV erhält vier Wildcards - Insgesamt zehn deutsche Teams bei der WM
  13.05.2019 •     Beachvolleyball


Das gespannte Warten hat ein Ende. Der Volleyball-Weltverband (FIVB) hat die insgesamt sechs Wildcards für die FIVB Beach Volleyball Weltmeisterschaften Hamburg 2019 presented by comdirect und ALDI Nord (28. Juni bis 7. Juli) vergeben. Gleich vier Wildcards gehen an den Deutschen Volleyball-Verband (DVV) als Ausrichternation. Bei den Frauen können sich das Nationalteam Margareta Kozuch/Laura Ludwig (Hamburger SV) und das Perspektivteam Leonie Körtzinger/Sarah Schneider (Hamburger SV) über die WM-Startplätze freuen. Die deutschen Wildcards bei den Männern gehen an das Nationalteam Philipp Arne Bergmann/Yannick Harms (TC Hameln) und Alexander Walkenhorst/Sven Winter (DJK TuSA 06 Düsseldorf).

Mit Ausnahme von Kozuch/Ludwig konnte Niclas Hildebrand, Sportdirektor Beach-Volleyball des DVV, die freudige Nachricht den anderen drei Teams am vergangenen Wochenende beim Turnier der nationalen Tour in Münster persönlich überbringen. „Ich freue mich sehr, dass wir mit zehn Teams bei den Weltmeisterschaften antreten werden. Nach 2005, als es bei der WM in Berlin sogar 13 DVV-Duos waren, ist dies die zweitgrößte Anzahl, die der DVV jemals gestellt hat. Sportlich wollen wir als Team Deutschland eine erfolgreiche Heim-WM spielen und im ganzen Land eine noch nie dagewesene Beach-Volleyball Euphorie auslösen. Das Turnier ist für uns eine große Chance, die nächste Entwicklungsstufe in der öffentlichen Wahrnehmung im Beach-Volleyball zu erklimmen. Daher wünsche und erwarte ich, dass alle Teams mindestens ihre individuellen Ziele erreichen und wir vor dieser großartigen Kulisse in Hamburg auch für die eine oder andere Überraschung sorgen können“, sagt Hildebrand.

So ist jetzt auch die Teilnahme von Titelverteidigerin Laura Ludwig mit ihrer neuen Partnerin Margareta Kozuch gesichert und die Vorfreude der beiden ist spürbar: „Welcher Athlet hat schon die Gelegenheit, an einer Heim-WM teilzunehmen? Das ist ein Riesen-Ding und diese WM in diesem Stadion wird bestimmt DAS Sport-Event in 2019. Wir bereiten uns schon seit Monaten intensiv darauf vor und sind mega happy, dass wir nun sicher dabei sind“, sagt Laura Ludwig. „Ich habe so viel im Ausland gespielt und habe nun endlich die Gelegenheit, in meiner Heimatstadt an einem so großen Event teilzunehmen. Das ist schon sehr außergewöhnlich“, schwärmt Kozuch, vor ihrer zweiten WM-Teilnahme im Beach-Volleyball.

Eine besonders große Überraschung war die Wildcard für das junge Perspektivteam Körtzinger/Schneider: „WM, WM, wir gehen zu WM“, jubelte Sarah Schneider und Leonie Körtzinger ergänzte: „Wir gehen ja! Hamburg, da können wir hinGEHEN!“ Ich war immer Besucher der FIVB World Tour Finals am Hamburger Rothenbaum. Es war immer eine richtig coole Stimmung und die ganze Atmosphäre dort – da bekomme ich schon jetzt Gänsehaut.“ Und zu den sportlichen Zielen sagt ihre Partnerin: „Wir wollen auf jeden Fall Vollgas geben, wir wollen alle ärgern soweit wir können, unsere Größe ausspielen und mitnehmen, was geht.“

Nachdem Bergmann/Harms die direkte WM-Qualifikation so hauchdünn verpasst hatten, war die Erleichterung nun umso größer. „Wir freuen uns riesig, bei der WM dabei sein zu dürfen, das ist eine riesen Chance und das wird sicher riesen Spaß machen in dem großen Stadion zu spielen. Wir haben dort mal die deutsche Tour gespielt, aber WM ist nochmal etwas ganz anderes, total andere Dimensionen, viel mehr Leute, viel größer. Ich glaube so richtig vorstellen kann man sich das gar nicht, das muss man selbst erleben“, sagte Harms. Über die sportlichen Ziele hat sich das Team indes noch keine Gedanken gemacht: „So weit sind wir noch gar nicht. Für uns geht es dort auch um sehr wichtige Punkte in der Olympia-Qualifikation. Von daher, je weiter desto besser, aber aktuell sind wir erst einmal froh dabei zu sein. Klar ist das wir natürlich aus der Gruppe rauskommen wollen und dann müssen wir schauen, was wir uns als weitere Ziele setzen“, sagte Bergmann.

Für Alexander Walkenhorst wird es nach 2015 in den Niederlanden (17. Platz) die zweite WM-Teilnahme seiner Karriere. Sein zehn Jahre jüngerer Partner Sven Winter, der 2014 U18-Eurpameister wurde, feiert seinen WM-Einstand: „Es ist natürlich cool, dabei zu sein – eine WM im eigenen Land, meine erste WM überhaupt im Männerbereich. Ich habe schon einmal eine Junioren-WM gespielt, aber das ist natürlich eine ganz andere Kiste. Ich freue mich unglaublich darauf!“ Alexander Walkenhorst sagt: „Ich habe schon die Major Series 2016 am Rothenbaum gespielt. Da bin ich leider sang und klanglos in der Gruppenphase ausgeschieden. Ich will auf jeden Fall besser performen als damals. Ich war beim World Tour Final, als meine Schwester vor zwei Jahren gewonnen hat. Wenn ich jetzt noch daran denke, habe ich schon wieder Gänsehaut. Ich glaube das wird DAS Beachvolleyball-Event, was Deutschland je gesehen hat.“

Die weiteren zwei Wildcards gehen an die dreifache Olympiasiegerin und dreifache Weltmeisterin Kerri Walsh Jennings (USA) mit ihrer neuen Partnerin Brooke Sweat (USA) sowie das italienische Männer-Duo Alex Ranghieri/Marco Caminati (ITA).

Damit sind insgesamt zehn deutsche Teams bei der WM in Hamburg dabei. Nur 2005 bei der WM in Berlin waren es mit 13 mehr. Bereits vorab über die Weltrangliste (aktuelles Entry Ranking der FIVB/Stand 6. Mai 2019) für das 48erHauptfeld qualifiziert hatten sich die Nationalteams Karla Borger/Julia Sude (DJK TuSA 06 Düsseldorf), Sandra Ittlinger/Chantal Laboureur (OSC Baden-Württemberg/MTV Stuttgart) und Victoria Bieneck/Isabel Schneider (Hamburger SV) sowie Kim Behrens/Cinja Tillmann (OSC Baden-Württemberg/Team 48 Hildesheim) bei den Frauen und Julius Thole/Clemens Wickler (ETV Hamburg) bei den Männern. Der zweite Nationenstartplatz ging an das Nationalteam Nils Ehlers/Lars Flüggen (Hamburger SV).