
Mit dem Richtfest der neuen Beachhalle im Stuttgarter NeckarPark nimmt ein zukunftsweisendes Projekt für den Leistungssport immer deutlichere Formen an. Nach dem symbolischen ersten Spatenstich im September 2024 wird nun sichtbar, was hier entsteht: ein modernes Sportzentrum, das dem Beachvolleyball, Judo und Handball in Stuttgart ab 2027 neue Perspektiven eröffnet. Auf mehr als 5.000 Quadratmetern entsteht ein hochmoderner Komplex, der die bestehende Infrastruktur rund um den Olympiastützpunkt Stuttgart gezielt weiterentwickelt.
Beim Richtfest wurde nun deutlich, wie imposant das bisher unter dem Projektnamen Q22 geführte Bauvorhaben bereits heute ist. Das neue Zentrum wird künftig drei Sportarten unter einem Dach vereinen: Beachvolleyball, Judo und Handball. Für den Volleyball-Landesverband Württemberg ist insbesondere die entstehende Beachhalle von großer Bedeutung. Mit Lea Kunst, Melanie Paul und Jörg Ahmann waren beim Richtfest auch drei spätere Nutzerinnen und Nutzer der Beachhalle vor Ort.
Andreas Burkard, Stützpunktleiter betonte die Bedeutung des Neubaus für den Bundesstützpunkt Beachvolleyball in Stuttgart: „Der Bau ist bereits heute sehr imposant. Die Beachhalle wird uns ganz andere Möglichkeiten ermöglichen. So werden die Sportlerinnen optimal trainieren können und je nach Wetterlage auch kurzfristig beste Bedingungen finden.“
Gerade für den Beachvolleyball bedeutet die neue Halle einen enormen Fortschritt. Nach Jahren des Trainings in einer Lagerhalle und später in einer Traglufthalle über den bestehenden Plätzen entstehen so Trainingsbedingungen, die ganzjährig leistungsorientiertes Arbeiten ermöglichen. Vor allem in den Wintermonaten wird die neue überdachte Zwei-Felder-Beachvolleyballhalle den Athletinnen und Athleten optimale Voraussetzungen bieten, um sich gezielt auf nationale und internationale Wettkämpfe vorzubereiten.
Schon beim Spatenstich hatte Andreas Burkard diesen Schritt als „einmaligen und unvergesslichen Meilenstein“ bezeichnet. Auch Chef-Bundestrainer Beachvolleyball Christoph Dieckmann hatte die Bedeutung des Projekts hervorgehoben: Die neue Beachhalle werde den Standort Stuttgart nachhaltig stärken und den Kaderathletinnen vor Ort optimale Bedingungen für ihr Balltraining bieten.
Sportbürgermeister Dr. Clemens Maier informierte beim Richtfest über den Fortschritt des Projekts und unterstrich erneut die Relevanz des neuen Sportzentrums für die Landeshauptstadt. Stuttgart setze damit ein klares Zeichen für die Zukunft des Spitzensports und für die Förderung junger Talente. Das Ziel sei es, den Sportlerinnen und Sportlern bestmögliche Trainingsbedingungen zu bieten und den Standort Stuttgart weiter zu stärken.
Auch architektonisch stellt das Bauprojekt eine Besonderheit dar. Das Architekturbüro Aldinger Architekten musste unterschiedliche sportliche Anforderungen in einer gemeinsamen Gebäudestruktur vereinen. Entstanden ist ein Gebäude mit heterogener Struktur, das als klare, einfache Form mit drei markanten Einschnitten konzipiert wurde.
Die innere Organisation des Gebäudes folgt einem durchdachten Konzept: Im Erdgeschoss werden die Beachhalle und die Judohalle inklusive Umkleidebereichen untergebracht. Im ersten Obergeschoss entstehen Büroräume, im zweiten Obergeschoss eine Teeküche, Funktionsräume sowie die Sporthalle. Eine besondere Herausforderung stellten dabei die benötigte Gebäudehöhe, die große Fläche und das Grundwasser am Standort dar. Hinzu kommt die komplexe Stapelung der verschiedenen Hallen, die in dieser Form einzigartig unter den Stuttgarter Sportbauten ist.
Für die Beachhalle selbst sind zudem besondere architektonische und funktionale Lösungen vorgesehen. So wird ein Filz-Umlauf für akustische Effekte sorgen, während Sitzgelegenheiten auf einer zweistufigen Treppenanlage zusätzliche Aufenthaltsqualität schaffen. Damit wird die Halle nicht nur ein Trainingsort, sondern auch ein funktionaler und ansprechender Raum für den Leistungssport.
Neben der Funktionalität spielt auch das Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Das Sportzentrum wird an das Nahwärmenetz des NeckarParks angeschlossen, Dach- und Fassadenflächen werden begrünt, und eine Photovoltaikanlage soll einen großen Teil des Energiebedarfs decken. Damit setzt das Projekt auch ökologisch zukunftsweisende Maßstäbe.
Zu den Hauptnutzern des neuen Sportzentrums zählen neben dem VLW, Bundesstützpunkt Beachvolleyball und dem Deutschen Volleyball-Verband auch der Deutsche Handballbund, das Nachwuchsleistungszentrum des TVB Stuttgart sowie der Württembergische Judo-Verband. Für den Beachvolleyball in Stuttgart bedeutet die neue Halle jedoch einen ganz besonderen Entwicklungsschritt. Bereits in den vergangenen Jahren konnten am Bundesstützpunkt zahlreiche Athletinnen und Athleten erfolgreich weiterentwickelt werden. Mit der neuen Infrastruktur soll diese erfolgreiche Arbeit künftig noch gezielter fortgesetzt werden.
Mit dem Richtfest ist ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Die Vorfreude auf die Fertigstellung im April 2027 wächst – und schon heute ist erkennbar, dass hier ein Ort entsteht, der den Beachvolleyball in Stuttgart nachhaltig prägen wird. Die neue Beachhalle gibt dem Sport auch in den Wintermonaten ein echtes Zuhause und schafft beste Voraussetzungen für die nächste Generation von Spitzenathletinnen und Spitzenathleten.
Bilder & Bericht: Verband
veröffentlicht am Donnerstag, 16. April 2026 um 16:48; erstellt von Jahns, Lina-Marie
letzte Änderung: 16.04.26, 10:45