Am Samstag, 28. Februar, ist eine Ära zu Ende gegangen. Die SAP-Arena in Mannheim war elf Jahre lang Volleyball-Mekka. Jedes Jahr Ende Februar pilgerten tausende Volleyballfans aus ganz Deutschland zum Pokal-Finale. Dieses Mal zum letzten Mal. Der Umzug in die Lanxess-Arena nach Köln ist längst beschlossen.
von Tom Bloch
Als die Mitarbeiter der SAP-Arena das goldene Lametta mit Laubbläsern vom Spielfeld pusteten, hatten sich die Mannschaften von Allianz MTV Stuttgart und dem VfB Friedrichshafen als die jeweiligen Verlierer längst die Silbermedaille vom Hals genommen und aus dem Staub gemacht, während die Spielerinnen des VfB Suhl und die Spieler der SVG Lüneburg mit ihren Fans einfach weiter feierten und im letzteren Fall beide beinahe den gemeinsamen Sonderzug zurück in den Norden verpassten.
Die württembergische Sicht auf das alljährliche Volleyball-Spektakel ist ja mit den beiden Erfolgsgaranten Stuttgart bei den Frauen und Friedrichshafen bei den Männern oft umschmeichelt worden. Doch ausgerechnet bei der letzten Auflage in der Barockschlossstadt mangelte es an Durchschlagskraft bei beiden württembergischen Vertretern. Dennoch erlebten die Rekord-einstellenden 12.508 Zuschauern zwei Fünf-Satz-Krimis, mit genau der richtigen Mischung aus Kampf und Emotionen – ein würdiger Abschied allemal.
Beim letzten Pokalfinale (2015) im Gerry-Weber-Stadion in Halle/Westfalen vor dem Umzug nach Mannheim hießen die Pokalsieger noch Stuttgart und Friedrichshafen.Nun also jeweils Silber zum Abschied aus der SAP-Arena.
Insgesamt dreimal holte sich Stuttgart in Mannheim den Titel (2017, 2022, 2024), viermal der VfB Friedrichshafen (2017, 2018, 2019, 2022), der übrigens mit insgesamt 17-mal Gold Rekordtitelträger ist. Für die Stuttgarterinnen kommen noch vier Silbermedaillen hinzu (2016, 2019, 2020, 2026) – Mannheim war wahrlich ein gutes Pflaster für die Stuttgarterinnen.
Und ausgerechnet eine ehemalige Stuttgarter Spielerin mit den weiteren Verantwortlichen hat den Umzug nach Köln eingeleitet. Die niederländische Außenangreiferin Kim Renkema gehörte beim Pokalsieg 2017 noch zur Mannschaft. In den Folgejahren leitete sie das Team als Sportdirektorin. Nun, als Geschäftsführerin der Volleyball-Bundesliga VBL, hat sie bereits für einige Vermarktungserfolge gesorgt und auch den nächsten Schritt in eine noch größere Spielstätte gemacht. Die Lanxess-Arena in Köln fasst 20.000 Zuschauer, die zum nächsten Finale am 27. Februar 2027 gefüllt werden soll.
Seit der Deutsche Volleyball-Verband seine eigene Vermarktungsagentur DVS verloren hat, liegt die Organisation und Vermarktung in den Händen der VBL, die es geschafft hat, bei der letzten Auflage in Mannheim erstmals einen Titelsponsor zu präsentieren. Die Stuttgarter IT-Beratungsfirma Zoi hat sich die Namensrechte gesichert.
Unter deren Motto „Redefine the Game“ gibt es viel neues „Look and Feel“. Kim Renkema blickt nach vorne: „Gemeinsam wollen wir das Event als noch interaktiveres Fan-Erlebnis gestalten und Volleyball durch technische Innovation auf das nächste Level bringen.“
Da sind wir dann alle gespannt. Das nächste Level beim Abschied aus Mannheim war vor allem lauter als alle Finalveranstaltungen zuvor.
Ein würdiger Abschied nach elf Jahren Volleyball-Mekka in der SAP-Arena. Noch einmal große Emotionen, fünf Sätze, volle Ränge – ein echtes Volleyballfest. Auf Wiedersehen, Mannheim.
Text und Bilder: Tom Bloch
Die Fotos stammen sind von diesjährigen Pokalfinale und auch aus 2017.


veröffentlicht am Dienstag, 3. März 2026 um 17:12; erstellt von Engelhardt, Torben
letzte Änderung: 08.03.26, 11:37