
Jonas Lingel vom TSV Ellwangen ist Volleyball-Jugendtrainer des Jahres 2025. Sein außergewöhnlicher Einsatz fand am 25.10.2025 in der Ellwanger Rundsporthalle am Rande der Verbandsligaspiele der Herren gegen MTV Ludwigsburg und TSV G. A. Stuttgart eine verdiente Ehrung vor zahlreichen Zuschauern. Die Würdigung hat der Vorsitzende des Freundeskreises des württembergischen Volleyballs Jörg Schwenk in Begleitung seines Stellvertreters Manfred Schulz vorgenommen.
Jonas Lingel setzte sich bei der vom Freundeskreis bereits zum 22. Mal ausgeschriebenen Auszeichnung von vorbildlichen Jugendtrainern durch. Mit 4 Bewerbungen war die Zahl der Vorgeschlagenen dieses Mal etwas kleiner. Doch die eingegangenen Bewerbungen waren alle in den maßgebenden Profilen sehr beeindruckend und respektabel. Entsprechend schwierig war es, die preiswürdigste Persönlichkeit zu identifizieren.
Die recht unterschiedlichen Lebensverläufe und sportlichen Einsätze der Trainer überraschen die Jury immer wieder aufs Neue. Sie zeigen, wie viele volleyballbegeisterte Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichen Qualitäten, Einsatzzeiten, Organisationstalenten und auch ‚Rattenfänger Fähigkeiten‘ im württembergischen Volleyballsport zu finden sind. Solche Ehrenamtler braucht es, um lebendige leistungsstarke Abteilungen aufzubauen und zu führen. Unendlich wichtig ist es, Kinder und Jugendliche im Training zu gemeinsamen Zielsetzungen zusammen zu führen und sie in sportlich freundschaftlichen Wettkämpfe mit der oft rauen Wirklichkeit des Wettbewerbs vertraut zu machen. Der Freundeskreis sieht es als seine Aufgabe, mit seiner Ausschreibung dazu beizutragen, dass diese wichtigen Hintergründe und Funktionsweisen in den Volleyballabteilungen aufgezeigt und bekannt gemacht werden.
Auch für sporterfahrene Beobachter ist es ein besonderes Erlebnis, wenn sie einen Bewerber wie Jonas finden, der sich bereits als Schüler kraftvoll mit der Organisation seines sportlichen Umfelds befasst und mit 17 als Co-Trainer mitwirkt. Wie so oft braucht es ein Vorbild, einen Mentor. Dies war der leider allzu früh verstorbene Hans-Bernd Hirschmiller. Dieser kam 2002 als Lehrer in seine Schule, gründete eine Volleyball-AG und begeisterte Jonas sofort für diesen Sport. Und das bis heute. Er hat ihn nicht nur zum Volleyball gebracht, sondern auch einen sehr großen Teil seiner volleyballerischen und persönlichen Entwicklung geprägt. Volleyball bestimmt einen großen Teil der Freizeit von Jonas. Über die Schul-AG und Hans-Bernd gelangte er in die Volleyball-Abteilung des TSV Ellwangen. Diese war 23 Jahre nach der 1980 erfolgten Gründung und ersten Höhenflügen klein und schwach geworden. Aus der AG-Gruppe entstand die Abteilung neu mit Hilfe erfahrener Volleyballer aus Regionalligazeiten.
Jonas war immer der Zuspieler und vor allem auch der Spielertrainer, also der Dirigent seiner Mannschaften, der Herren 1 und 2 sowie nun im Mixed 4:2. Mit seinen Teams schaffte er diverse Aufstiege, Bezirkspokalsiege und vor kurzem den Gewinn des stark besetzten BaWü-Alsace Pokal für Mixed-Teams im südbadischen Merzhausen.
Was uns aber mehr interessiert, ist seine Vita als Trainer und stets begleitend auch als Organisator: Die ersten ehrenamtliche Aufgaben übernahm Jonas 2002 mit 16 Jahren in der Volleyball-AG, bereits 2003 unterstützte er das Training der Damen. 2007 startete Jonas als Trainer der weiblichen U 14. 2009 kamen die U12 weiblich und männlich hinzu, sowie im Laufe der Jahre auch weitere Mannschaften. Von den von ihm betreuten Jungs schafften es 2024 Patrick Syrowatka und 2025 Noah Grießer sowie David Schlageter in den Bezirkskader Ost.
Was nicht hoch genug geschätzt werden kann: Jonas ließ sich bereits 2009 als Abteilungsleiter Volleyball verpflichten und zwar insgesamt nun schon 15 Jahre. Dazwischen war er 4 Jahre lang Jugendleiter. Zudem hat er eine Nahtstelle für den Schulsport inne. Er ist seit 4 Jahren Kreisbeauftragter der Schulen im Ostalbkreis für die Volleyball-Wettkämpfe „Jugend trainiert für Olympia“. Mit seinen Mannschaften gelangte er 2x bis zum Landesfinale.
Volleyball war ihm immer wichtig, aber natürlich nicht als einziges: Er nahm 2006 das Studium fürs Lehramt mit den Fächern Sport und Mathematik in Stuttgart auf. 2014 kam er als Lehrer ans Ellwanger Peutinger-Gymnasium. Er gründete eine Familie, hat 3 Töchter. Man kann sagen: er ist rundum gefordert und auch sehr zeitaufwändig ausgelastet.
Der Laudator lobte Jonas Lingel für seine eindrucksvolle Karriere als Trainer und dankte ihm für sein unendliches ehrenamtliches Engagement. Er beglückwünschte den TSV Ellwangen zu einer so zuverlässigen erfahrenen Stütze in seinen Reihen. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er zusammen mit Manfred Schulz Jonas Lingel die Urkunde als Volleyball-Trainer des Jahres 2025 und dem Vertreter des TSV Ellwangen, die Urkunde für „vorbildliche, engagierte, ehrenamtliche Nachwuchsförderung im Volleyball“. Zudem erhielten beide ein Preisgeld von jeweils 300,00€.
Text und Bilder: Jörg Schwenk
veröffentlicht am Dienstag, 28. Oktober 2025 um 15:01; erstellt von Pienek, Lena
letzte Änderung: 31.10.25, 07:44