Vorbilder im VLW - Nachhaltigkeitspreis des Volleyball-Landesverbandes Württemberg

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Der Volleyball-Landesverband Württemberg e.V. (VLW) hat im Rahmen des Kesselfestivals 2024 herausragende Projekte mit dem VLW-Nachhaltigkeitspreis 2024 ausgezeichnet. Das Projekt wurde im Rahmen der Nachhaltigkeitstage des VLW durchgeführt. Dieses Projekt wurde vom LSV Baden-Württemberg und dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg ausgezeichnet und unterstützt. Zur Teilnahme aufgerufen waren alle Mitgliedsvereine des Volleyball-Landesverbandes Württemberg. Gesucht wurden Projekte in den Bereichen: 

  • Klimaschutz: Innovative Mobilitätslösungen, Förderung der Klimafreundlichkeit, Initiativen zur Ressourcenschonung und zum Recycling, nachhaltige Beschaffung, energetische Optimierung, Entwicklung nachhaltiger Ernährungskonzepte, umweltfreundliche Gestaltung des Wettkampfbetriebs, Bildungs- und Sensibilisierungsinitiativen. 
  • Klimaanpassung: Strategien für effizientes Wassermanagement, Maßnahmen zum Hitzeschutz, Konzepte zum Hochwasserschutz, Anpassungen in Trainings- und Spielstrukturen zur Bewältigung klimatischer Veränderungen. 
  • Soziale Nachhaltigkeit: Projekte zu den Themenfelder Integration, Inklusion und Jugend. 

Für den Nachhaltigkeitspreis 2024 hat der VLW ein Gesamtpreisgeld von 1000 € zur Verfügung gestellt. Des weiteren hat es noch großartige Sachpreise geben und Tickets für das Kesselfestivals 2024.

Nachfolgend  präsentieren wir die ausgezeichneten Projekte in Stichworten, die durch innovative Ansätze und vorbildliche Nachhaltigkeitspraktiken hervorstechen.

1. Platz: Warmbronn – Nachhaltiges Beach-Volleyballfeld / Projekt: Beachvolleyballfeld mit recyceltem Sand und Bauschutt

Die Spvgg Warmbronn erhält den ersten Platz für ihr umfassend nachhaltiges Projekt. Der Verein plant, ein Beachvolleyballfeld auf dem Gelände der ehemaligen Weitsprunggrube zu bauen. Hierfür wird der Sand vom Beachturnier des Kesselfestivals in Stuttgart weiterverwendet. Zusätzlich wird recycelter Bauschutt als Untergrund genutzt, wodurch kein neuer Schotter benötigt wird. Der Erdaushub wird als Tribüne und Sandfang verwendet und dient gleichzeitig zur Erweiterung der nahegelegenen Mountainbikestrecke. Ebenso wird ein eine Blumenwiese angelegt.

Weitere nachhaltige Maßnahmen:

  • Erneuerung von Volleyballnetzen durch Ersatz einzelner Elemente
  • Abteilungsweite Nutzung von Trikots, die von jüngeren Spielern übernommen werden
  • Integration von Kindern mit Beeinträchtigung und ukrainischen Kindern in die Jugendmannschaften
  • Fahrgemeinschaften zu Verbandsspielen und Eltern, die zu Fuß oder joggend die Austragungsorte erreichen

2. Platz: Waldmössingen – Kindersportcamp / Projekt: Aufbau einer vielfältigen Sportabteilung

Das Kindersportcamp der Sportgemeinschaft Waldmössingen hat sich seit 2019 zu einer wichtigen Plattform für sportliche Aktivitäten abseits des Fußballs entwickelt. Jährlich findet das Camp am ersten Juli-Wochenende statt und umfasst mittlerweile über 90 Mitglieder, davon über 70 % Kinder und Jugendliche. Das Projekt fördert die sportliche Vielfalt und Integration, indem es auch schwächeren und beeinträchtigten Kindern ermöglicht, am Volleyballspiel teilzunehmen.

Die Initiative begann im Frühjahr 2019 mit der Suche nach alternativen sportlichen Möglichkeiten für Kinder, die bis dahin nur Fußball und Vorschulturnen im Angebot hatten. So wurden Volleyball und Tanzen als neue Aktivitäten eingeführt, was zu einem stetigen Wachstum der Teilnehmer führte. 2021 wurde die Kindertanzgruppe an eine andere Leitung übergeben, während die Volleyballabteilung weiter wuchs. Aktuelle Zahlen sind 28 Freizeit-Kinder im Alter von 6–10 Jahren / 12 Freizeit-Kinder im Alter von 11–15 Jahren / 25 aktive Jugendliche (U20 männlich, U18 weiblich).

Das Kindersportcamp legt großen Wert auf Inklusivität und Chancengleichheit. So können auch schwächere Kinder und Kinder mit Handicaps am Sport teilnehmen. Dies geschieht bewusst im Freizeitbereich, um den Leistungsdruck zu minimieren und den Spaß am Sport in den Vordergrund zu stellen. Gleichzeitig bietet das Camp ehrgeizigen Kindern die Möglichkeit, im aktiven Spielbetrieb mitzuwirken und ihre Fähigkeiten zu verbessern.

3. Platz: Friedrichshafen – Blumenwiese um Beach-Volleyballfeld / Projekt: Umweltfreundliche Gestaltung des Sportumfelds

Das Projekt in Friedrichshafen setzt auf ökologische Nachhaltigkeit durch die Schaffung einer Blumenwiese um das Beach-Volleyballfeld. Diese Maßnahme fördert die Biodiversität und schafft eine attraktive Umgebung für Sportler und Besucher.

Die Blumenwiese dient nicht nur als optische Bereicherung, sondern auch als wichtiger Lebensraum für zahlreiche Insektenarten. Durch diese Maßnahme trägt der Verein aktiv zum Umweltschutz und zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Die Initiative zeigt, wie Sport und Naturschutz Hand in Hand gehen können, um eine nachhaltige und lebenswerte Umgebung zu schaffen.

Weitere nachhaltige Maßnahmen:

  • Recycling von Sportkleidung: Zu klein gewordene Sportkleidung wird gesammelt, gewaschen und an jüngere Spieler weitergegeben.
  • Gesunde Ernährung: Bei Veranstaltungen und Trainings werden gesunde Snacks wie Gemüseaufstriche, Obst und Gemüse aus lokalem Bio-Anbau angeboten.
  • Bewerbung um Förderung für einen Elektrobus: Der Verein plant die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs für Hol- und Bring-Fahrten sowie für Turnierbesuche.

4. Platz: Esslingen – Sitzvolleyball / Projekt: Inklusive Sportangebote

Das Sitzvolleyball-Projekt in Esslingen wurde für seine vorbildliche soziale Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Das Projekt startete 2022 mit einem Sitzvolleyball-Aktionstag, der großen Anklang fand und zur Etablierung einer regelmäßigen Trainingsgruppe führte. Diese Gruppe bringt Menschen mit und ohne Handicap zusammen und bietet eine Plattform für inklusiven Sport.

Rund um den Sitzvolleyball-Nationalspieler Martin Vogel und den beinamputierten Norbert Beuter aus Nürtingen entstand eine stabile Trainingsgruppe, die sich regelmäßig in der Sporthalle Weil trifft. Die Gruppe umfasst Spieler im Alter von 15 bis 65 Jahren, vom Anfänger bis zum Nationalspieler. Die Besonderheiten der Gruppe sind Menschen mit und ohne Handicap spielen gemeinsam, was den inklusiven Charakter des Sports unterstreicht. Die Gruppe umfasst Teilnehmer verschiedener Altersgruppen, was die Vielfalt und die Gemeinschaft fördert. Das Projekt dient als Beispiel für gelebte Inklusion und sportliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Der Verein plant, die Gruppe weiter zu vergrößern und den Sitzvolleyball-Aktionstag jährlich zu veranstalten, um noch mehr Menschen für diese inklusive Sportart zu begeistern.

5. Platz: Mühlacker – Kleine, aber wirkungsvolle Maßnahmen / Projekt: Vielfalt nachhaltiger Aktivitäten

Der Verein in Mühlacker setzt auf eine Vielzahl kleiner, aber bedeutender Maßnahmen, die sich durch ihren nachhaltigen Charakter auszeichnen. Diese umfassen unter anderem das Recycling von Sportkleidung, die Förderung gesunder Ernährung und umweltfreundliche Mobilität. Die Recycling von Sportkleidung,  die zu klein geworden ist, wird gesammelt, gewaschen und an jüngere Spieler weitergegeben. Dies reduziert den Bedarf an neuen Kleidungsstücken und fördert das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum. Bei Trainings und Veranstaltungen werden gesunde Snacks wie Brote mit Gemüseaufstrichen sowie Obst und Gemüse aus lokalem Bio-Anbau angeboten. Süßigkeiten und ungesunde Getränke werden vermieden. Der Verein bewirbt sich um Fördermittel für die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs, das für die Hol- und Bring-Fahrten sowie für Turnierbesuche genutzt werden soll. Dies unterstützt die Reduktion des CO2-Ausstoßes und fördert die Nutzung umweltfreundlicher Transportmittel. Es wird darauf geachtet, dass keine Elterntaxis zum Training genutzt werden. Kinder und Eltern werden ermutigt, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder durch die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs oder Fahrgemeinschaften zum Training zu kommen.

Weitere nachhaltige Maßnahmen:

  • Zigaretten-Kippen-Sammelaktion: Eine Aktion zur Sammlung von Zigarettenkippen im Umkreis der Turnhalle, auf dem Weg zum Bahnhof und zum Freibad wird organisiert. Die Kinder, die die meisten Kippen sammeln, erhalten Mini-Volleybälle und Eis als Belohnung. Geschätzte Kosten: 300 Euro.
  • Reparatur von Volleybällen: Ein Workshop zur Reparatur von undichten Volleybällen wird organisiert. Verschiedene Methoden wie Sekundenkleber, Heißklebepistole und Fahrradreparaturmittel werden getestet. Die Kosten sind noch unklar.

Fazit

Die Preisträger des VLW-Nachhaltigkeitspreises 2024 setzen beeindruckende Akzente in Sachen Nachhaltigkeit im Sport. Ihre Projekte zeigen, wie Sportvereine durch innovative und engagierte Ansätze ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung übernehmen können. Der Volleyball-Landesverband Württemberg hofft, dass diese Vorbilder zahlreiche Nachahmer finden und die nachhaltige Entwicklung im Sport weiter vorantreiben.

Falls ihr Fragen zu den Projekten habt oder allgemein etwas über Nachhaltigkeit im Sportverein erfahren wollt, meldet euch gerne bei Torben Engelhardt (t.engelhardt@vlw-online.de)

veröffentlicht am Mittwoch, 10. Juli 2024 um 14:20; erstellt von Engelhardt, Torben
letzte Änderung: 10.07.24 14:20

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