Intervention

Die nachfolgenden Maßnahmen sind eher als Handlungsempfehlungen zu verstehen, da das Vorgehen bei einem solchen Fall für die Beteiligten sehr schwierig ist. Generell sollte es im Vorfeld schon eine eindeutige Zuständigkeitsregelung, sowie eine festgelegte Verfahrenskette (siehe folgend) unter Federführung der zuständigen Personen geben. Eine professionelle Intervention bei bestätigten Verdachtsfällen verhindert zumeist neue Traumatisierungen der Opfer oder beteiligten Personen. Außerdem zeigt eine gelungene Intervention möglichen Folgetätern, dass dem Verein/Verband die Problematik bewusst ist und dementsprechend durchgegriffen wird, die Gefahr eines neuen Vorfalls ist wesentlich geringer. Wichtig ist hierbei, jedoch angemessen mit der Situation umzugehen, da eine Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, eventuell folgende strafrechtliche Ermittlungen behindern kann (durch versehentliche Beeinflussung von Opfer/Täter kann ein Beweiswertverlust entstehen).


Aufbau eines Interventionsplan

1. Allgemeine Verhaltensregeln unabhängig von der Situation
2. Verdacht auf Kindeswohlgefährdung im sozialen/familiären Umfeld
3. Verdacht auf Kindeswohlgefährdung Minderjähriger untereinander
4. Verdacht auf Kindeswohlgefährdung aus den eigenen Reihen
5. Wenn sich der Verdacht bestätigt
6. Anzeigepflicht bei Kindeswohlgefährdung
7. Dokumentation und Datenschutz


Einordnung der Maßnahmen in einem Konzept

Pflicht

  • Kontaktaufnahme zur jeweiligen Behörden. Erster Ansprechpartner sind die Jugendämter in den jeweiligen Städten/Gemeinden (Anfrage für Dokumente). 
  • Prävention und Interventionskonzept (erst Fachberatung, dann Eltern);
  • Abschluss einer Vereinbarung mit den örtlichen Jugendhilfeträger,
  • Schutzbeauftragte im Verein (sollte kein Vorstandsmitglied zu sein),
  • Checkliste Kindeswohlgefährdung (Hinzunahme der Eltern, Dokumentation für spätere Maßnahmen, keine Entscheidung der Abteilung durch dieses Dokument, 4-Augenprinzip),
  • Handout des Interventionsplan (Verantwortlichkeiten und offene Formulierungen) an die beteiltigten Personengruppen 

Kür

  • Schutzbeauftragte in der Abteilung
  • Schulungen der Beauftragten auf Kosten der Vereine (Gesprächsführung, Intervention)  

Bausteine eines Interventionsplans

Bei möglichen Verdachtsfällen sollte eine Verfahrenskette ausgelöst werden, die schon im Vorfeld geklärt wurde. Durch eine entsprechende Kultur sollte Verdächtigungen benannt werden können und auch ernst genommen werden. Ansprechpartner u. Zuständigkeiten sollten klar kommuniziert sein und anhand der Vorgaben durchgeführt werden.

Vorschläge: Eindeutige Zuständigkeitsregelung, Festgelegte Verfahrenskette unter Federführung der zuständigen Personen (Diskrete Weitergabe ->Beauftragte ->Meldung an die Vereinsleitung->Bildung eines Gremiums), Schriftliche nicht öffentliche Dokumentation der Verdachtsfälle (erster Verdacht, weiteres Vorgehen, sämtliche Gespräche), Gesprächsführung (keine Beeinflussung, nur Fakten aufnehmen, keine eigene Meinung hineinbilden)

Kontaktaufnahme mit behördenunabhängigen Stellen ermöglicht freieres Agieren (Empfehlungen für weiteres Vorgehen), Meldungen bei Behörden schließt automatisch ein Ermittlungsverfahren mit ein;

Vorschläge: Aufbau eines lokalen Netzwerks (richtige Ansprechpartner in den externen Fachstellen), unmittelbare Kontaktaufnahme nach Absprache mit Vereinsleitung

Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Opfers, Erwartungshaltung des Opfers an den Verband/Verein erfragen, Weiteres Vorgehen unbedingt mit dem Opfer absprechen bzgl. Bekanntmachung bei den Behörden (Ausnahmen: s.u)

Vorschläge: Unterbrechung des Kontakts des Opfers zum Täter/Täterin, Freistellung des Täters bei begründetem Verdacht, Inkenntnissetzung der Strafverfolgungsbehörden (hohes Gefährdungspotenzial des Täters, Opferschutz, etc.).

Vermeidung von vorschnellen Urteilen, Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Täters, Unschuldsvermutung,

Vorschläge: keine namentliche Nennung bei laufenden Ermittlungen, Freistellung ohne Nennung von Gründen, Rehabilitierungsmaßnahmen bei falscher Verdächtigung

Zweiteilung in Interne Kommunikation und Umgang mit der Öffentlichkeit, Kommunikation mit anderen Vereinen, falls der freigestellte/entlassene Verdächtige, dort wieder eintreten will

Vorschläge: Interne und externe Kommunikationsstrategien bei unterschiedlichen Szenarien (Schuld/Unschuld) entwickeln, bei begründeten Verdachtsmomenten und dementsprechender Verfolgung ist eine offene Kommunikation und Transparenz, unter Rücksichtnahme der Persönlichkeitsrechte sowie der laufenden Ermittlungen, entscheidend


Ansprechpartner*innen

Prävention sexualisierte Gewalt

Deine Ansprechpartner:

Solltest du Opfer von sexueller Gealt geworden sein oder Fragen zum Thema haben, dann kannst du dich jederzeit an uns wenden. Deine Ansprechpartner sind:

Gerhild Dickgiesser:
E-Mail: g.dickgiesser(@)vlw-online.de

Werner Feiri:
E-Mail: w.feiri(@)vlw-online.de

Du kannst dich gerne auch telefonisch melden (0711 – 28077 670). Wir leiten deine Kontkatdaten auf Wunsch an den/die gewünschten Ansprechpartner/in weiter. 


Weitere Ansprechpartner

LSVBW
Lisa Porada
0711 / 28077863

WSJ
Matthias Reinmann
0711 / 28077145

Hilfetelefon
sexueller Missbrauch

(kostenfrei & anonym)
0800 / 2255530