Neues Angebot zur Unterstützung der VLW-Vereine bei der Entwicklung von Kinderschutzkonzepten
Der Volleyball-Landesverband Württemberg (VLW) bietet seinen Vereinen eine kostenlose Unterstützung zur Entwicklung von Kinderschutzkonzepten. Dank einer Stellenaufstockung durch den Mitarbeiter Torben Engelhardt können VLW-Vereine nun verstärkt bei der Erstellung und Implementierung individueller Schutzkonzepte beraten werden.
Das Projekt „Kinderschutz in Baden-Württemberg“ (KiSchuBW) zielt darauf ab, den Kinderschutz in Vereinen und Verbänden zu etablieren und zu stärken. Vereine sollen mit Hilfe von Schutzkonzeptberater*innen passgenaue Schutzkonzepte entwickeln, um Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt zu schützen und eine sichere Umgebung zu schaffen. Bei der Entwicklung von Schutzkonzepten geht es um klare Handlungsleitlinien bei dem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung und (sexualisierter) Gewalt, um die Verankerung von präventiven Maßnahmen, die stetige Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und insbesondere um eine gemeinsam entwickelte Haltung aller in einem Verein tätigen Personen. Kinderschutz muss zur Chef-Sache (also zur Vorstands- und Leitungssache) erklärt und im Alltag von allen gelebt werden. Es geht um einen Diskurs zum Thema Nähe und Distanz, um das Enttabuisieren, darum dass niemand wegschauen darf und ein Klima und eine Struktur geschaffen werden, in der Kinder und Jugendliche sich vertrauensvoll öffnen können, wenn sie im Verein/Jugendverband oder außerhalb Übergriffe erfahren haben. Zudem ist es notwendig, ein Schutzkonzept in Prozessschleifen regelmäßig zu überprüfen und anzupassen. Die Entwicklung eines eigenen Schutzkonzeptes ist daher ein Qualitätsentwicklungsprozess.
Warum lohnt sich ein Schutzkonzept?
- Es schützt Kinder, Jugendliche und Schutzbefohlene.
- Es stärkt Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen.
- Es stellt die Organisation gut im Kinderschutz auf und hat Signalwirkung.
Ein Schutzkonzept fasst alle präventiven Maßnahmen in Organisationen, Vereinen und Institutionen zusammen. Es beinhaltet klare Handlungsleitlinien bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung und sexualisierte Gewalt, präventive Maßnahmen, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und eine gemeinsam entwickelte Haltung aller in einem Verein tätigen Personen.
Wie lange dauert die Entwicklung eines Schutzkonzepts?
Ein umfassender Entwicklungsprozess eines Schutzkonzeptes kann zwischen 1,5-5 Jahren dauern.
Lassen Sie sich von diesem Zeitraum nicht abschrecken. Die individuelle Schutzkonzeptentwicklung ist von vielen Faktoren abhängig, z.B. Vorkenntnissen, Größe und Struktur des Vereines oder Verbandes, Anzahl der an der Entwicklung Mitarbeitenden und den vorhandenen zeitlichen Ressourcen.
Wer sollte in einer Projektgruppe aktiv sein ?
Für die Entwicklung eines Schutzkonzeptes raten wir Ihnen, eine Projektgruppe einzurichten, die gemeinsam den Weg zum Schutzkonzept geht. Idealerweise besteht diese Gruppe aus 4-8 Personen, die unterschiedliche Blickwinkel in die Projektgruppe einbringen. In dieser Projektgruppe werden die gemeinsamen Themen bearbeitet.
Bausteine eines Schutzkonzepts
Bausteine eines Schutzkonzepts
Vor Beginn der einzelnen Bausteine eines Schutzkonzepts wird eine Risiko-Potenzial-Analyse durchgeführt. Eine Risiko-Potenzial-Analyse betrachtet die Organisations- und Kommunikationsstrukturen im Verein/Jugendverband vor Ort. Es wird näher beleuchtet, welche präventiven Aspekte schon vorhanden sind, was noch weiterentwickelt muss und welche Vorgehensweisen evtl. noch entwickelt werden müssen. Die Risiko-Potenzial-Analyse ist das Herzstück einer Schutzkonzeptentwicklung, darauf bauen die einzelnen Bausteine eines Schutzkonzepts auf.
Folgende Punkt gehören zu einer Risiko-Potenzial-Analyse: Hospitation, Sichtung unterschiedlicher Dokumente, Befragung von Haupt- und/oder ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, Kindern/Jugendlichen und Eltern und viele ausführliche Gespräche über Strukturen und Organisationsprozesse in der Projektgruppe.
Verhaltenskodex
In einem Verhaltenskodex sind Verhaltensregeln und Haltungen des Vereins/Verbandes verankert. Dieses Dokument strukturiert den Umgang und Kontakt mit Kindern, Jugendlichen, Kolleg*innen, Eltern und anderen Erwachsenen und gibt einen Handlungsrahmen vor, was erlaubt ist und was nicht. Des Weiteren signalisiert dieser Verhaltenskodex, dass sexualisierte Gewalt und andere Art von Gewalt im Verein/Verband nicht geduldet ist.
Personalverantwortung (Neue Mitarbeiter*innen/Ehrenamtliche)
Ist Kinderschutz auch schon zu Beginn einer Tätigkeit Thema? Wie werden Neue ins Schutzkonzept eingeführt? Wie erhalten Sie Wissen und Kenntnisse zum Thema sexualisierte Gewalt? Führungszeugnis, Selbstverpflichtungserklärung und sonstige Formulare werden hier thematisiert.
Beschwerdeverfahren
Sobald Kinder und Jugendliche sich einbringen können und ihre Kritik und Beschwerden gehört wird, spüren sie, dass sie die Zeit im Verein/Verband mitgestalten können und können Vertrauen fassen.
Handlungsleitfäden
Ein Interventionskonzept bietet Sicherheit im Umgang, wenn sexualisierte Gewalt im Verein/Verband passiert ist. Handlungsstrategien und genaue Abläufe geben Sicherheit im Umgang damit und nehmen alle Betroffenen in den Blick.
Kooperationen
Unter dem Punkt Kooperationen sind die Kooperationspartner aufgelistet und es wird betrachtet, welche Inhalte in einer Kooperationsvereinbarung beinhaltet sein sollen.
Fortbildungen
Fortbildungen zum Thema Kinderschutz, Gewaltformen und Schutzkonzept sind für alle Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen wichtig. Wie oft finden solche Veranstaltungsangebote statt?
Prävention
Prävention ist ein elementarer Punkt in der praktischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das Wissen und Erfahren der unterschiedlichen Präventionsbotschaften und Kinderrechte ist für die persönliche Entwicklung besonders wichtig. Wie wird die Prävention im Verein/Verband gestaltet?
Partizipation
Wenn Kinder und Jugendliche partizipiert werden, äußern sie sich in allen Lagen schneller. Dadurch, dass sie ein Mitspracherecht haben und sich Dinge aufgrund ihrer Rückmeldungen und Anregungen ändern, werden sie auch bereit sein unangenehme Dinge mitzuteilen.
Leitbild
Das Leitbild muss den Kinderschutz enthalten.
Für mehr Informationen zum Projekt und Förderporgramm besuchen Sie die Website des Kinderschutz BW.
Mit diesem Angebot möchten wir den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Volleyballsport weiter stärken und nachhaltig sicherstellen.
Um ein Erstgepräch für die Beratung zur Entwicklung eines Kinderschutzkonzept zu führen, nutzt dieses FORMULAR
Ansprechpartner: Torben Engelhardt / Tel.: 0711 280 77 -677 / Mail: t.engelhardt@vlw-online.de

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